Deutschland glaubt an wirtschaftliche Selbstbestimmtheit? Falsch, die Welt ist fest im Griff des USD

trump-2387091_1920 Wie die USA die Deutsche Wirtschaft dominieren

Am Beispiel des Irans zeigt sich mal wieder, wie Wunsch und Wirklichkeit aufeinanderprallen. Wirklichkeit: Die USA steigen aus dem Atomabkommen mit dem Iran aus und verhängen Sanktionen über das Land. Diese bedeuten, dass keine USD Beträge in das Land oder aus dem Land überwiesen werden können. Wunsch: Die EU hält sich an das Abkommen gebunden und will den Handel mit dem Iran forcieren. Ergebnis: Wirklichkeit schlägt Wunsch. Die Übermacht des US-Dollars ist nicht nur auf den Finanzmärkten präsent, sondern unterwandert mittlerweile die Politik jedes Landes dieser Erde.

Worum geht es?

Von Seiten der EU wurde verkündet, dass man am Iran-Abkommen festhalten wolle, trotz der Sanktionen der USA. Hier geht es im Kern natürlich um Wirtschaftsinteressen und Absatzmärkte. Denn der Iran hat aufgrund der jahrelangen Sanktionen einen riesigen Aufholbedarf an Infrastrukturinvestitionen. Dies kommt europäischen und nicht zuletzt deutschen Firmen natürlich gut zu pass. Wiederum wird daher auch klar, warum Trump die EU warnt, weiterhin mit Iran Geschäfte zu machen. Die Europäer wollten sich davon aber nicht einschüchtern lassen und haben tapfer das Festhalten an den Atom-Verträgen bekräftigt, nicht zuletzt um die angebahnten Geschäfte in trockene Tücher zu bringen. Aber die schönen Waren und Dienstleistungen müssen ja irgendwie bezahlt werden Und genau and dieser Stelle lächelt der amerikanische Toupetträger. Wahrscheinlich nicht ganz zu unrecht.

Was viele nicht wissen...

Alle - und ich meine ALLE - Zahlungen in USD müssen über amerikanische Banken abgewickelt werden. Selbst wenn eine deutsche Firma an eine französische Firma eine Betrag in USD überweist, wirbelt das Geld (auf elektronischem) Weg einmal um den Erdball – ob man dies so will oder nicht. Nun ist es aber so, dass amerikanische Banken den Regularien und Gesetzen der USA unterliegen. Wird also eine Fima oder ein ganzes Land auf die amerikanischer Embargoliste oder Sanktionsliste gesetzt, darf kein USD-Cent mehr an die Brandmarkten überwiesen werden. Dieser Regelung entzieht sich natürlich keine amerikanische Bank, anderenfalls muss sie mit exorbitanten Strafzahlungen oder dem Lizenzverlust rechnen. Ein Hauptproblem der amerikanischen Embargoliste ist, dass sie keiner objektiven (ich meine länderübergreifenden) Kontrolle unterliegt. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt. Möchte Trampel-Trump die Russen ärgern, setzt er nämlich einfach Firmen auf die Liste, an denen ein Oligarch über 5 Ebenen beteiligt ist. Es haben sich auch schon Firmen auf der Liste befunden, die nichts von ihrem Glück geahnt haben und innerhalb von ein paar Tagen Pleite gegangen sind. Kurzum, die Liste ist ein tolles Machtspielzeug der Amerikaner.

Deutsche Banken als Stiefelputzer der USA

Im Fall des Irans haben alle Deutschen Banken angekündigt, den Zahlungsverkehr pünktlich zum amerikanischen Embargostart einzustellen bzw. gar nicht erst aufzunehmen. Aber warum? Ganz einfach. Halten sich Banken – egal aus welchem Land sie stammen – nicht an die amerikanischen Spielregeln, werden sie von den Amis gesperrt und dürfen in den USA keine Niederlassung mehr unterhalten, geschweige denn USD Zahlungen abwickeln. Dieses Risiko erscheint allen Banken so groß, dass sie auf den EU Willen pfeifen und lieber Mr. „Great Again“ folgen. Und diese ist noch nicht alles! Nicht nur im Zahlungsverkehr Die Drohung der USA, Banken vom amerikanischen Markt auszuschließen ist so wirkungsvoll, dass alle deutschen Banken jegliche Spielregeln der USA akzeptieren. Oder warum sollen alle deutsche Mittelständler auf einmal die so genannten FATCA Formulare der USA ausfüllen, obwohl sie mit dem Land vielleicht gar nichts zu tun haben. Im vorauseilenden Gehorsam wird von deutschen Banken jede Regelung der USA als quasi gültiges Recht übernommen – ob mit Zähneknirschen oder ohne.

Was bedeutet dies eigentlich?

Der USD als Weltleitwährung ist ein wahres Machtinstrument. Mit der Verpflichtung die Währung ausschließlich über die USA abwickeln zu können, hat es das Land dazu gebracht sein Heimatrecht auf der Welt auszurollen – ohne Gerichte, ohne Verhandlungen. Somit ist es egal, welche Gesetze und Regelungen die jeweiligen Länder erlassen, am Tagesende gibt es nur ein Gesetz. Mit dem Thema Iran führt Trump die EU als zahnlosen Tiger vor. Und so ungern ich es sagen bzw. schreiben will: Er ist leider erfolgreich damit. Das sollte uns zu denken geben!

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