Würden Sie den Scheck eines gewissen "M. Draghi" akzeptieren?

Würden Sie den Scheck eines gewissen "M. Draghi" akzeptieren?

Nun mal langsam, Scheck?! Wir sind hier nicht bei Gas Monkey Garage auf D-Max, wo entweder dicke Bargeldbündel herumgeschmissen werden oder ein Scheck gezückt wird, wenn wieder einmal eine von Aaron völlig verhunzte Kiste als perfekte Restauration den Besitzer wechselt. Aber der Gedanke ist nett, spielen wir es doch einmal durch…

Nehmen wir an, Sie sind Verkäufer in einer Bäckerei (Backwarenfachverkäufer?). Ich komme nun zu Ihnen, um mir eine leckere, knackige, noch ofenwarme Breze (sorry, muss kurz zum Bäcker….so wieder da) zu genehmigen. Diese würde ich nun gern mit einem Scheck, ausgestellt von einem gewissen Herrn Draghi, bezahlen wollen. Ich bin sogar richtig gewieft, denn der Betrag des Schecks ist um einiges höher als der Preis der Breze und ich erwarte sogar noch, dass Sie Wechselmünzen herausrücken.

Ich sehe es förmlich vor mir, wie Sie angestrengt nachdenken. „Was mache ich als guter Geschäftsmann [jaja Geschäftsfrau]. Den Zettel annehmen und womöglich darauf sitzen bleiben oder den Kunden verprellen?“ Der kalte Angstschweiß hat Sie erfasst! Sie könnten weiter denken „Von diesem Herrn Draghi hat man in letzter Zeit ja nicht viel Gutes gehört. Naja, wenigstens die Unterschrift sieht echt aus, man kann sogar ‘M. Draghi‘ in Schönschrift erkennen.“

Der Puls beruhigt sich etwas. „Wenn ich das Papier annehme vertraue ich ja darauf, dass ich es bei meiner Bank einlösen kann. Ach, noch viel besser. Ich dreh es einfach dem nächsten Kunden an, soll der sich doch mit dem Lappen herumärgern“ Sie reichen mir schon die Hand, um das Stück Papier entgegenzunehmen, zucken aber kurz vorher noch einmal zurück. „Ich kenne Herrn Draghi ja gar nicht persönlich Was ist, wenn der so viele Schecks ausgestellt hat, dass er die gar nicht alle bedienen kann? Was ist überhaupt das Geschäftsmodell von dem Unterschriftengeber. Man hört immer etwas von Kreditvergabe. Aber an wen und wofür?“

Ich schaue Sie langsam ungeduldig an, weil ich zusehen muss, wie der herrliche Duft langsam verfliegt und die Breze erkaltet. Ungeduldig sage ich schnell: „Den Scheck hat mir vorhin der Zeitungsverkäufer geben, wird schon in Ordnung sein“. Sie geben sich einen Ruck, nehmen das Papier und legen es in die Kasse. Mir soll es recht sein, ich beiße beherzt in mein neu erworbenes Backwerk.

Der geneigte Leser hat sicherlich längst verstanden, um welchen Scheck es sich hierbei handelt - und schauen Sie ruhig einmal oben links genau hin. Da werden Sie ein „M. Draghi“ in Schönschrift finden! Wir verwenden Geld jeden Tag ohne groß darüber nachzudenken – eigentlich prima! Das funktioniert aber nur solange, wie wir dem Scheck eines gewissen "M. Draghi" vertrauen!

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